Refugee Law Clinic Hamburg

Was ist die RLC Hamburg?

Die Refugee Law Clinic Hamburg (RLC) ist ein studentisch initiiertes Projekt, in dem Studierende der Rechtswissenschaft für die ehrenamtliche Flüchtlingsberatung ausgebildet werden. Seit dem Herbst 2015 beraten Studierende der RLC Hamburg an mehreren Standorten in Hamburg wöchentlich Flüchtlinge.

Ziel der RLC Hamburg ist eine hochwertige kostenlose Rechtsberatung für Flüchtlinge durch Studierende. Die Qualität der Ausbildung und die enge Supervision der Beratungstätigkeit stehen daher für uns im Mittelpunkt. Wichtig ist daher auch die Begrenzung unserer Beratungsthemen; wir beschränken uns auf die Beratung zum Familiennachzug, zum Dublin-Verfahren und auf die Vorbereitung für die asylrechtliche Anhörung.

Wie funktioniert die Rechtsberatung?

Die studentischen RechtsberaterInnen der RLC Hamburg beraten in Teams in offenen Sprechstunden (zum Kontakt). Wichtig: Wir können leider keine Rechtsberatung per Telefon, Email oder Facebook leisten. Bitte kommen Sie mit Ihren Rechtsfragen direkt zu uns in die Sprechstunde! Wenn Sie Fragen zu Terminen oder Sprachen haben, senden Sie uns eine Email: rlc@uni-hamburg.de.

Für die Beratung gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Bitte bringen Sie zur Beratung alle Dokumente mit, die im Dublin-Verfahren oder im Asylverfahren relevant sein können (Briefe vom BAMF, Rechtanwalt oder Rechtsanwältin, Zentrale Erstaufnahme, Ausländerbehörde, Nachweise über ärztliche Behandlungen wegen gesundheitlicher Probleme, etc.). Kommen Sie so früh wie möglich, die Fristen im Asylverfahren sind sehr kurz!

Viele unserer Studierenden beherrschen mehrere Sprachen; je nach Besetzung können wir Sie in Deutsch, Farsi, Arabisch, Türkisch, Russisch, Englisch, Französisch und Spanisch beraten. Ggf. können auch ÜbersetzerInnen hinzugezogen werden.

Um die Qualität unserer Beratung zu sichern, können wir Rechtsberatung nur in begrenzten Themenbereichen anbieten. Sozialrechtliche oder strafrechtliche Fragen können wir etwa leider nicht abdecken. Auf folgende Rechtsbereiche sind wir spezialisiert:

  • Im sog. Dublin-Verfahren wird festgestellt, welcher EU-Mitgliedstaat für die Durchführung Ihres Asylverfahrens zuständig ist. Wir informieren Sie über das Verfahren und die Rechte darin und besprechen mit Ihnen mögliche Überstellungshindernisse (Familie, Gesundheit, Zustände im Zielland…). Sollen rechtliche Schritte ergriffen werden, verweisen wir Sie an eine kooperierende Kanzlei.
  • Außerdem unterstützen wir Sie bei Fragen der Familienzusammenführung.
  • Auch für die Vorbereitung auf die asylrechtliche Anhörung können Sie sich an uns wenden.
  • Frauen und Mädchen haben wegen ihres Geschlechts oft besondere Fluchtgründe oder haben deswegen auf der Flucht traumatische Erfahrungen gemacht. Auch gleichgeschlechtlich orientierte Menschen oder Personen mit einer von der gesellschaftlichen Norm abweichenden Geschlechtsidentität („LGBTI„) haben teilweise besondere Beratungsbedürfnisse. Zwei unserer weiblichen studentischen Rechtsberaterinnen sind für diese Fragen besonders ausgebildet. Wenn Sie gern mit ihnen sprechen möchten, nehmen Sie Kontakt auf unter: rlc@uni-hamburg.de.

Wie garantieren wir die Qualität unserer Beratung?

Als Studierende sind die RechtsberaterInnen der RLC Hamburg noch keine staatlich geprüften JuristInnen. Um die Qualität der Rechtsberatung durch NichtjuristInnen zu garantieren, ist diese im Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) eng reguliert. Nach § 6 Abs. 2 RDG erfordert die unentgeltliche Rechtsberatung durch Studierende die Anleitung durch eine Person mit Befähigung zum Richteramt (sog. Volljurist). Die „Befähigung zum Richteramt“ wird mit dem Zweitem juristischem Staatsexamen erworben, das z.B. auch Voraussetzung für die Anwaltszulassung ist. Die erforderliche „Anleitung“ umfasst die Aus- und Fortbildung sowie die Mitwirkung im Einzelfall, wo dies erforderlich ist. Diese Voraussetzungen erfüllt die RLC Hamburg:

Ausgebildet werden die Studierenden in einer praxisorientierten Einführungsveranstaltung, einem Praktikum in einer spezialisierten Kanzlei und einer universitären Übung, die die Hospitation bei fortgeschrittenen Beratungsteams begleitet. Die Lehrveranstaltungen werden von der Volljuristin Helene Heuser unterrichtet.

Fortgebildet werden die BeraterInnen von ausgewählten ExpertInnen in regelmäßigen Workshops und (öffentlichen) Vorträgen zu beratungsrelevanten und wichtigen rechtspolitischen Themen. Zudem findet jede zweite Woche ein Kolloquium zur juristischen Supervision mit einem Rechtsanwalt statt, in dem die Beratungsarbeit inhaltlich vor- und nachbereitet wird und neue rechtliche Entwicklungen besprochen werden.

Für die Mitwirkung im Einzelfall steht zudem ein Beirat von kooperierenden Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen zur Verfügung.


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